„Ein Unternehmen komplett alleine aufzubauen ist nahezu unmöglich und auch unnötig“

Finanzierung, Verwaltung, Geschäftsräume – neben einer guten Idee brauchen Jung-Unternehmer noch eine Menge mehr, um aus ihrer Idee ein laufendes Geschäft zu machen. Hier setzt Innospire an: Mit einem gut ausgebauten Netzwerk an erfahrenen Unternehmern, Beratern und Investoren unterstützt sie Neulinge beim Start in den Geschäftsalltag. Sebastian Schulz, Geschäftsführer von Innospire, im Gespräch mit Hallo Dresden.

Hallo Dresden: Woran mangelt es Start-Ups am ehesten?
Sebastian Schulz: Oftmals sind es meiner Meinung nach gar nicht so sehr materielle Sachen. Es ist eher so, dass junge Menschen sich einfach nicht trauen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Zum einen haben sie Existenzängste, weil sie nicht wissen, ob sie es finanziell stemmen können und haben Angst vor rechtlichen Konsequenzen, die sie nicht überblicken. Zum anderen wissen sie nicht, wie und wo sie anfangen sollen. In der Schule und in der Universität oder anderer Ausbildung lernen wir Probleme nach Algorithmen zu lösen. Es gibt jedoch keinen universellen Algorithmus für das Gründen eines Unternehmens. Deshalb sind viele dabei überfordert.

Hallo Dresden: Und wie kann Innospire hier helfen?
Sebastian Schulz: Innospire ist eine Plattform, die junge Menschen dabei unterstützt, eigene Projekte umzusetzen und daraus auch ein Unternehmen zu gründen. Auf der einen Seite umfasst Innospire die Infrastruktur, die nötig ist, um möglichst erfolgreich ein Unternehmen zu gründen. Das beginnt beim Arbeitsplatz und geht bis hin zu einem Server. Auf der anderen Seite nehmen wir die Gründer an die Hand und zeigen ihnen, wie es funktioniert und was die richtigen Schritte sind.

Hallo Dresden: Ideen für ein Geschäft haben wahrscheinlich viele junge Menschen. Welche davon kommen zu Euch und welche passen zu Euch?
Sebastian Schulz: Bisher sind bei uns nur junge Menschen. Grundsätzlich sind wir aber für jeden offen. Für uns ist es wichtig, dass die Person bereit ist, für das Projekt zu brennen und auch mehr als die Standard-Acht-Stunden pro Tag zu investieren. Außerdem muss sie lernbereit sein. Faktenwissen ist keine Voraussetzung für uns. Solange man Interesse hat, kann man alles lernen. Von der Geschäftsidee her sind für uns jene interessant, die skalierbar sind. Wir gründen beispielsweise keine Einzelhandelsläden oder Imbisse. Wir haben Interesse an Produkten, die man deutschlandweit ausrollen kann und auch an Internetplattformen, die sowieso nicht räumlich begrenzt sind.

Hallo Dresden: Das heißt Euer persönlicher Hintergrund ist…?
Sebastian Schulz: …ich selbst komme aus der Technologierichtung und habe Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Dresden studiert. Ich habe bereits in Unternehmen wie Porsche im Innovationsmanagement gearbeitet und dort für mich mitbekommen, dass ich lieber ein eigenes Unternehmen aufbauen möchte. Dies habe ich dann Anfang 2015 mit meinem Geschäftspartner Nicolas Mesa gemacht. Er hat auch Wirtschaftsingenieurwesen studiert und war einige Jahre Unternehmensberater.

Hallo Dresden: Ist es angebracht, die bei Euch laufenden Projekte als „Studentenprojekte“ zu bezeichnen?
Sebastian Schulz: Manche unserer Projekte starten als „Studentenprojekte“, weil wir teilweise eingangs selbst noch nicht so genau wissen, ob das Projekt erfolgreich werden kann. Sobald wir aber nachweisen können, dass ein Erfolgspotential vorliegt, wird das Projekt ernster genommen und dann würde ich nicht mehr nur von einem „Studentenprojekt“ sprechen.

Hallo Dresden: Innospire ist selbst noch ein junges Unternehmen. Wie kommen da schon gute Kontakte zu erfahrenen Unternehmern, Managern, Investoren und Anwälten zustande?
Sebastian Schulz: Eines der wichtigsten Elemente ist ein sehr gutes Netzwerk. Das bauen wir schon seit Jahren auf und erweitern es ständig. Denn komplett alleine ein Unternehmen aufzubauen ist nahezu unmöglich und auch unnötig. Es wurden schon fast alle Fehler auf dieser Welt gemacht. Darum holen wir uns auch Personen mit genau dieser Erfahrung ins Boot, um zu verhindern, dass auch wir diese Fehler machen.

Hallo Dresden: Projekte durchlaufen stets ähnliche Phasen. Ist daher auch jeder Start vergleichbar?
Sebastian Schulz: Grundsätzlich ja. Das ist auch ein wesentlicher Punkt, der Innospire ausmacht. Wir haben schon einen enormen Erfahrungsschatz, von dem auch immer die neuen Projekte profitieren können. Dementsprechend ist es für das Gründerteam wesentlich einfacher, ein Unternehmen bei uns zu gründen.

Hallo Dresden: Welche, sagen wir, 3 Tipps habt Ihr für Leute mit Ideen, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen?
Sebastian Schulz: Erstens: Gründet nur, wenn Ihr das Produkt liebt. Zweitens: Ihr habt zwei Vorteile gegenüber großen Konzernen, die Euch in Finanzmitteln und Manpower weit überlegen sind: Ihr seid flexibel und Ihr seid bereit, auch die Nächte durchzuarbeiten, wenn es nötig ist. Nutzt diese Vorteile. Drittens: Holt so früh wie möglich Marktfeedback ein. Es bringt nichts, ein Produkt zu entwickeln, dass nur Ihr liebt, aber keiner Eurer potentiellen Kunden.

Hallo Dresden: Was ist in den „harten Zeiten“? Nicht jede Geschäftsidee wird von den Nutzern angenommen, wie könnt Ihr gegensteuern?
Sebastian Schulz: Wir testen so früh wie möglich den Markt an. Sobald eine erste Internetpräsenz steht oder Teile des Produktes fertig sind, prüfen wir, wie der Markt darauf reagiert. Dieses Feedback lassen wir dann in die weitere Produktentwicklung einfließen. Wenn wir merken, dass das Produkt einfach nicht funktionieren wird, weil die Menschen es nicht annehmen, brechen wir das Projekt ab und starten lieber etwas Neues.

Hallo Dresden: Innospire unterstützt Neugründer – wie lange begleitet Ihr die Unternehmen anschließend?
Sebastian Schulz: In der Frühphase unterstützen wir sehr stark. Dies tun wir, bis das Unternehmen Break-Even erreicht – das heißt, bis die Einnahmen größer als die Ausgaben sind. Wenn dieser Punkt erreicht ist, nehmen wir uns etwas zurück, bleiben aber weiter als Unterstützer bestehen. Es ist jedoch hier zu beachten, dass es nicht unser Ziel ist, Unternehmen zu bauen, die ein paar Euro Gewinn im Monat machen. Wir versuchen die Unternehmen so schnell wie möglich zu skalieren, also wachsen zu lassen. Das kostet so gut wie immer Geld und verschiebt den Break-Even Punkt nach hinten.

Hallo Dresden: Und Euer derzeitiges „Schwerpunktprojekt“? Wer hat oder braucht gerade viel Aufmerksamkeit?
Sebastian Schulz: Von einem Schwerpunktprojekt würde ich nicht sprechen, aber ein Unternehmen, das gerade mediale Aufmerksamkeit bekommt und auch braucht, ist „Weltprobierer“. Sie nehmen ihre Kunden mit auf eine kulinarische Weltreise, indem sie alle zwei Monate eine Box mit Spezialitäten und Informationen aus einem speziellen Land verschicken. In diesem Produkt steckt sehr viel Leidenschaft und es ist schön zu sehen, wie auch die Kunden sich freuen, wenn sie ihre Box erhalten und öffnen.


 

Kontakt
Innospire UG
George-Bähr-Straße 18
01069 Dresden
Telefon: 01624829955
E-Mail: info@innospire.net
www.innospire.net

Fotos: Innospire

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