„Wir empfehlen immer, möglichst viel anzufassen“

Evolutionstheorie, wirtschaftliche Kennzahlen, elektromagnetische Wellen auf T-Shirts und Pullovern: Steve Kupke und Daniela Praß machen Wissenschaft tragbar. Sie setzen zentrale Themen aus der Geschichte der Wissenschaft in Bildern um und schmücken damit Kleidungsstücke – fair, bio und transparent.

Hallo Dresden: T-Shirts und Pullis mit Motiven und Sprüchen sind weit verbreitet. Was macht Eure Kleidung aus?
Steve Kupke: Wir haben uns eine kleine Nische gesucht und sprechen vor allem Studenten, Absolventen und Wissenschaftsinteressierte an. Dabei versuchen wir uns klar von den klassischen Nerd-Shirts abzugrenzen. Wir verzichten bewusst auf plakative Formel und Gleichungen oder witzige Sprüche. Unsere Motive sollen auf den ersten Blick einfach gut aussehen und auf den zweiten Blick ihre Geschichte verraten.

Hallo Dresden: Lasst uns bei den Motiven bleiben: Warum soll ich mit Fachbegriffen aus Wirtschaft, Technik, Natur- und Gesellschaftswissenschaft herumlaufen?
Steve Kupke: Das musst du natürlich nicht. Der Clou bei uns ist ja gerade, dass man nicht sofort erkennt, dass man etwas mit wissenschaftlichen Hintergrund trägt. Man trägt etwas Persönliches, schreit es aber nicht gleich heraus. Die Ästhetik liegt bei uns im Vordergrund.

Hallo Dresden: In puncto Identifikation: War das auch der Grund dafür, dass Ihr Euch für fair gehandelte und bio-zertifizierte Textilien entschieden habt? Habt Ihr damit eine spezielle Zielgruppe im Blick oder ist es unternehmerisches Selbstverständnis?
Steve Kupke: Fair-trade sollte für jedes Unternehmen selbstverständlich sein. Das wir uns für Bio-Textilien entschieden haben, liegt auch an unserem Lebensstil, den wir auf bio-vegan ausgerichtet haben. Bei Bio-Qualität schonen wir einmal die Natur, aber auch die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter beim Baumwollanbau, hinzu kommt die umweltschonende Färbung der Stoffe. Unsere Textilien beziehen wir von dem belgischen Label Stanley&Stella und sind rundum zufrieden.

Hallo Dresden: Und die Motive, wie kommen die auf die Shirts: Druck Ihr selbst?
Steve Kupke: Teils, teils. Die einfarbigen Motive drucken wir selbst im sogenannten Siebtransfer-Verfahren. Das bedeutet, dass wir per Sieb gedruckte Folien bekommen, die wir anschließend auf die Textilien pressen. Das lässt uns die Freiheit nur auf Bestellung zu drucken oder besondere Kundenwünsche, zum Beispiel bei der Farbe der Kleidung, zu erfüllen und nicht bereits hunderte von Textilien auf Lager zu legen. Die farbigen Motive lassen wir in der Nikkifaktur in der Neustadt anfertigen.

UNIPOLAR Geschäftsführer Steve Kupke

Geschäftsführer Steve Kupke liebt und lebt Öko und Vielseitigkeit. Uniformität kommt nicht in die Tüte, dafür sehr universelle Kleidungsstücke.

 

Hallo Dresden: Welches ist Dein Lieblingsmotiv?
Steve Kupke: Mein Lieblingsmotiv wechselt öfters mal. Ich probiere natürlich alle Motive selbst durch. Als Physiker verbinde ich aber mit den beiden Physikmotiven „Wellenlängen“ und „Principia Mathematica“ am meisten.

Hallo Dresden: Apropos: Woher kommen die Ideen für die Motive? Und: Kann ich mir auch einen Pulli mit meinem Wunschmotiv von Euch bedrucken lassen?
Steve Kupke: Ganz klassisch starten wir oft auf Wikipedia und belesen uns zu der Geschichte der unterschiedlichen Wissenschaften und sammeln nach und nach Motiv-Ideen. Wir haben aber auch schon mit Dozenten und Studenten der jeweiligen Fächer gesprochen. Wir freuen uns natürlich immer über frische Ideen von überall. Es sind ja immer noch einige Fächer offen – zum Beispiel müssen die sozialen und geisteswissenschaftlichen Fächer noch stärker vertreten werden. Ein Wunschmotiv gibt es nicht, aber wenn dein Vorschlag es in unseren Katalog schafft, dann bekommst du ein bedrucktes T-Shirt geschenkt.

Hallo Dresden: Wow! Wenn das kein Anreiz ist! Und UNIPOLAR – woher kommt der Name?
Steve Kupke: Mit dem Namen habe ich eine Verbindung zu „Uni“versität gesucht. Eine Suchmaschine hat dann alle Kombinationen mit „Uni-“ ausgespuckt, unteranderem „Unipolar“. Den Begriff habe ich sehr oft in meiner Doktorarbeit verwendet, da fiel die Entscheidung nicht mehr schwer.

Hallo Dresden: Eure UNIPOLAR-Kollektion habt Ihr über einen lokalen Laden verkauft, bevor Ihr Euren Onlineshop gestartet habt. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?
Steve Kupke: Der Onlineshop war schon für Ende 2015 geplant, doch dann ist uns eine leerstehende Fläche gegenüber unserem Büro „dazwischen gekommen“. Anfangs als zeitlich begrenzter Pop-Up Store geplant betreiben wir unseren Laden mittlerweile dauerhaft. Allerdings haben wir auch den Zeitaufwand im Laden unterschätzt, so dass der Onlineshop bisher hinten anstehen musste. Aber ab Anfang Juni ist es endlich soweit.

 

Hallo Dresden: In Eurem Laden gibt es nicht nur Klamotten, sondern ein buntes Sortiment mit Kleinigkeiten. Worauf habt Ihr bei der Auswahl geachtet?
Steve Kupke: In unserem Laden bieten wir eine noch größere Auswahl an fairer Bio-Kleidung, als nur die, die wir bedrucken. Wir haben darunter besondere Stoffe aus Buche und Eukalyptus mit einer sehr schönen Haptik. Zusätzlich sind einige Dresdener Labels mit an Bord. Wir achten bei allen Produkten auf Nachhaltigkeit, möglichst auf Naturprodukte. Unser neuestes Produkt sind Mehrweg-Kaffeebecher aus nachwachsendem Bio-Bambus, um den 300.000 Kaffee-Einwegbechern, die pro Stunde in Deutschland verbraucht werden, etwas entgegenzusetzen.

Hallo Dresden: Wer wird bei Euch fündig?
Steve Kupke: Fündig werden viele. Wir empfehlen immer, möglichst viel anzufassen. Nach diesem Qualitätscheck haben wir die meisten bereits überzeugt. Allzu viel Laufkundschaft haben wir Nähe Bahnhof Mitte nicht, aber mit der Verbrauchergemeinschaft neben uns sprechen wir definitiv das richtige Publikum an. Den Rest erreichen wir über die sozialen Medien und Berichte in den Printmedien und tollen Dresdner Blogs.

Hallo Dresden: Danke für die Blumen! Abschließend eine Frage: Was ist für die kommenden Monate bei UNIPOLAR?
Steve Kupke: Nachdem wir vor kurzem neue Räumlichkeiten für unser Lager und die Produktion gefunden haben, müssen wir erstmal auf dem Neuland Onlineshop Fuß fassen. Wir starten vorerst nur mit T-Shirts und werden Monat für Monat unser Sortiment um Longsleeves, Pullover, Hoodies und weitere Accessoires erweitern, um mehr faire Klamotten unter die Leute zu streuen.

 


Kontakt:
UNIPOLAR| science.clothing
Pop-Up-Store
Jahnstraße 1
01067 Dresden
Telefon: 0172 8885503
E-Mail: info@uni-polar.de
http://uni-polar.de

 

Fotos: UNIPOLAR/Steve Kupke

 

 

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