„Es war ein langer Weg, die passenden Partner zu finden“

Grell ist in. Vor allem im Straßenverkehr setzen sich leuchtend bunte Farben mehr und mehr durch. Fahrradfahrer machen sich durch Neonfarben und Reflektor-Streifen besser sichtbar und auch Hundehalter gönnen ihren vierbeinigen Begleitern gern ein Hingucker-Accessoire. Dass es dabei auch modisch sehr individuelle Lösungen geben kann, zeigt das Dresdner Unternehmen NEONON. Hallo Dresden hat sich von Unternehmer-Ehepaar Wonneberger Styling-Tipps geben lassen.

Hallo Dresden: Warum braucht es Reflektor-Kleidung für den Otto-Normalbürger und warum muss sie dann auch noch stylish sein?
Jörn Wonneberger: Wir würden uns doch alle gern etwas sicherer auf den Straßen fühlen. Und dabei auch noch gut aussehen, oder? Das war lange Zeit nicht möglich. Genau zu der Erkenntnis sind wir 2010/2011 während unserer Auslandspraktika in London gekommen. Gefühlt jeder zweite Jogger, Motorrad- oder Fahrradfahrer hatte eine von diesen sack-artigen Warnwesten an und trug damit zu einem „gelungenen“ Stadtbild bei. Auch wir waren täglich mit unseren Fahrrädern auf Londons chaotischen Straßen mit besagten Westen unterwegs.
Claudia Wonneberger: Und eines Morgens, als uns der Regen mal wieder ins Gesicht tröpfelte, kam die Idee zu NEONON.

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Aus der eigenen Erfahrung heraus, lassen sich die besten Schlüsse ziehen: Jörn und Claudia Wonneberger stehen zu ihrem lokalen Manufakturbetrieb – und begeistern damit Kunden in ganz Europa.

Hallo Dresden: Ihr sprecht den Sicherheitsaspekt an. Da kommen mir sofort Kinder im Straßenverkehr in den Sinn. Und wenn ich an Kinder und Reflektoren denke, habe ich diese orange-farbenen und weißen Teddy-Bären vor meinem inneren Auge, die aussehen wie in Form geschnittene Fahrrad-Reflektoren und am Schulranzen schlenkern. Hat der klassische Reflektor-Teddy ausgedient?
Claudia Wonneberger: Jedes reflektierende Teil ist sinnvoll für den Weg zur Schule. Aber so ein kleiner Teddy allein sorgt für keinen Rundum-Sichtschutz. Genau dazu hat sich NEONON Gedanken gemacht und hält eine große Auswahl und immer wieder neue Ideen bereit. Eine Weste für den Knirps, ein Kleidchen für das Mädel, einen Überzug für Schulranzen, der 3D-Wimpel für‘s Fahrrad, Reflektor-Blümchen für‘s Laufrad, den Fahrradkorb, die Jacke oder als Haarschmuck sowie Bügelsets zum individuellen Selbstaufbügeln.

Hallo Dresden: Das ist eine Menge…
Claudia Wonneberger: Ja, und das ist gut so. Jeder mag es ein bisschen anders und sollte nach Gefühl entscheiden, welche Mischung die richtige ist, um sein Kind mit einem guten Gewissen auf den Schulweg zu schicken. Und weil ihr es seid, verraten wir euch noch einen kleinen Geheimtipp: Demnächst kommen schicke NEONON-Mützen mit – ganz klar – viel Neon und Reflektoren raus. Aber psst! Das weiß noch keiner…

Hallo Dresden: Ich fürchte, das werde ich nicht geheim halten können…
Doch weiter mit den Fragen. Uns von Hallo Dresden gefällt es immer, wenn etwas aus Dresden und der Umgebung kommt. Das ist auch Euer Ansatz. Aber bei den sehr speziellen Materialien, die Ihr verwendet, können wir uns das nicht so recht vorstellen: Wer stellt denn so etwas in Dresden her?
Jörn Wonneberger: WIR! (lacht) Nein, im Ernst. Mit jedem unserer Einnähetiketten stehen wir dazu, dass wir alles hier in Dresden und in einem Umkreis von 250 Kilometern produzieren und das schließt auch unsere Materialien mit ein. Es war ein langer Weg, die passenden Partner zu finden. Aber heute können wir sagen, dass wir etwa 70-80% unserer Materialien aus dem Umland beziehen.

Hallo Dresden: Der „Rohstoff“ ist das eine: Wie wird dann daraus die Vielzahl an Kleidungsstücken und Accessoires? Habt ihr eine Schar fleißiger Näherinnen angestellt?
Jörn Wonneberger: Richtig! Es sind zurzeit neun, um genau zu sein. Am Anfang haben wir alles zu zweit genäht. Dabei sind wir immer wieder an Grenzen gestoßen, da wir beide unter anderem noch nebenher als Dozenten an der Fachhochschule Dresden tätig sind. Wir hatten uns dann eine Näherei in Polen gesucht, die wiederum recht schnell Stückzahlen in den 1000ern von uns verlangte, die wir noch nicht erreichen. Das stärkte den Wunsch, alles aus eigener Hand stemmen zu können. Und diesen Wunsch haben wir uns mit unserer Näherei in Mühlau erfüllt. Es ist eine Näherei mit über 134 Jahren Tradition. Das Besitzer-Ehepaar, geführt in vierter Generation, hat sie aus Altersgründen an uns übergeben. So können wir zu 100% in unserem eigenen Haus nähen.


Hallo Dresden: Wir hatten es am Anfang schon: Vor allem Eure Westen haben sehr aufwendige, trendige Muster. Wo die Stoffe herkommen und wie Ihr sie in Form bringt, wissen wir jetzt. Aber die Muster, wie kommen die auf die grellen Stoffe?
Claudia Wonneberger: Wir sind beide studierte Designer. Jörn ist Modedesigner, ich selbst bin Textildesignerin. Allerdings verschmelzen unsere Tätigkeitsbereiche. Wir machen beide die Entwürfe für unsere Druck-Designs. Schlussendlich gebe meist ich ihnen den letzten Schliff und bereitet sie für den Druck auf. Wir haben hier in Dresden Stück für Stück unsere Siedruckwerkstatt ausgebaut. Gedruckt wird also bei uns im Haus. Beim Drucken nutzen wir keine schweren Geräte, sondern arbeiten zusammen im Akkord mit einer eigens gebauten Vorrichtung. Jeder Druck wird dadurch gewissermaßen zum Unikat.

Hallo Dresden: Bei so viel Handarbeit, kann ich da nicht auch zu Euch kommen und mir mein „Wunsch-Shirt“ machen lassen?
Claudia Wonneberger: Sicher. Machbar ist alles. Es ist nur eine Geldfrage… Der Aufwand für ein Wunsch-Shirt und einen individuellen Druck ist relativ hoch. Steigt die Stückzahl, so können wir effektiver arbeiten und somit sinkt der Preis. Wir sind ja keine Maßschneiderei mit Copy-Shop, sondern ein industrielles Gewerbe, auch wenn nach wie vor viel per Hand bei uns gemacht wird. Kleine Sonderwünsche von Kunden, die wir in die Produktion mit einfließen lassen können, versuchen wir natürlich zu berücksichtigen.

Hallo Dresden: Doch auch Euer Standard-Angebot ist schon sehr abwechslungsreich: Welche Artikel gefallen Euren Kunden am besten?
Jörn Wonneberger: Eine direkte Linie ist da nicht zu erkennen. Die Kunden kaufen ständig immer wieder alle Varianten. Dennoch: Unser absoluter Verkaufsschlager ist unser 3D-Wimpel WIMVIS. Das ist die erste Wimpel-Fahne, die räumlich ist und somit nicht nur von den Seiten, sondern rundum gut gesehen werden kann. Dank der grellen Farbe und der zahlreichen, eingearbeiteten Reflektoren sowohl bei Tag als auch bei Dunkelheit. Im Übrigen haben wir diesen rechtlich auf unseren Namen schützen lassen.

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Hallo Dresden: Grelle Farben, Reflektoren – Eure Saison ist ja wahrscheinlich eher die dunkle Jahreszeit…
Jörn Wonneberger: Eigentlich nicht. Sicher, kurz vor Weihnachten steigen die Verkaufszahlen. Aber eigentlich werden wir auch gern im Sommer gekauft. Dank unseres superleichten, technischen Gewirks, das extra für uns unweit von Chemnitz gefertigt wird, sind unsere GOVIS-Westen atmungsaktiv und beim Tragen kaum zu spüren, daher zu allen Jahreszeiten tragbar und beliebt.

Hallo Dresden: Was sollte Eurer Meinung nach dieser Tage jeder dabei haben?
Jörn Wonneberger: Eine gute Mischung aus Neon für den Tag und Reflektor für die Dunkelheit. Gerade erwachsene Radler,wie auch radelnde Kinder, fallen mit den GOVIS Westen viel besser auf und weil sie in jede Tasche passen, kann man die GOVIS wirklich immer dabei haben. Fußgänger bestellen gern eine GOVIS für sich und eine DOGVIS für ihren Hund im selben Design. Für kleine Kinderräder, Fahrradanhänger oder Liegefahrräder ist unser WIMVIS, der 3D-Wimpel, super geeignet. Und viele Eltern mit Kinderfahrradanhängern wollen unsere GOVIS, WIMVIS und COVERVIS, das sind spannbare Anhänger-Überzüge, gleich zusammen. So kann jeder für sich entscheiden, was das richtige „Neon-Maß“ ist.

 


 

Kontakt & Shop:

NEONON
Inh. Jörn Wonneberger
Kipsdorfer Straße 100
01277 Dresden
E-Mail: mail@neonon.de
Telefon: 03722 94458
www.neonon.de

Fotos: Archiv NEONON

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