„Hier ist Dresden authentisch“

Zur besinnlichen Adventszeit weihnachtet es auch in der Neustadt. An vielen Orten haben sich Geschäftsleute zusammengetan und ein attraktives Rahmenprogramm für die Besucher und Anwohner der Neustadt organsiert. Dass es für diesen weihnachtlichen Sinnesschmaus viel zu tun gibt, erzählt Evelyn Dangrieß vom Organisationsteam. Mit ihr hat Frank Bauer gesprochen, der stellvertretende Ortsamtsleiter des Ortsamtes Altstadt/Neustadt.

Frank Bauer: Sehr geehrte Frau Dangrieß, bereits seit vielen Jahren sind sie nicht nur beruflich eng mit der Dresdner Neustadt verbunden. Besonders durch Ihr ehrenamtliches Engagement für den Stadtteil sind Sie bekannt. Häufig fragt man sich, wer eigentlich die Organisatorin ist, die ruhig und sachlich die Fäden in der Hand hält. Und mit dieser Frage möchte ich gern in unser Gespräch einsteigen: Wer ist Evelyn Dangrieß?

E.Dangriess

Evelyn Dangrieß, Mitorganisatorin des Neustädter Advents

Evelyn Dangrieß: Eine der vielen Dresdner Bürger, die in ihrer Stadt nicht nur leben und arbeiten, sondern sie auch lieben und mit ihrem Engagement etwas dafür tun wollen, dass Dresden weiter an Attraktivität gewinnt – für uns Dresdner und unsere Gäste. Kurz, auch in der Neustadt ziehen dafür viele an einem Strang: Bewohner und Gewerbetreibende, der Neustädter Kreis, Vereine wie der Kultur- und Gewerbeverein in der Äußeren Neustadt, der Gewerbeverein Hauptsache Hauptstraße e. V., der Barockviertel Königstraße e. V. Jeder bringt sich mit dem ein, was er am besten vermag und was läge da näher, für mich als „Marketingfachfrau“, als für unser Quartier zu werben?!

Frank Bauer: Sie sind bereits seit 1993 mit Ihrem Unternehmen GRAPH KONZEPT im Bereich Werbung und PR tätig. Als diplomierte Kauffrau gibt es viele Branchen, in denen Sie tätig sein könnten. Wie sind Sie zu Werbung und PR gekommen?

Evelyn Dangrieß: Ich hatte das Glück, mir meinen Berufswunsch zu erfüllen. Darum habe ich über Investitionsgütermarketing diplomiert und nach den ersten Schritten in einer Agentur in den alten Bundesländern die Chance ergriffen, in meiner Heimatstadt ein eigenes Unternehmen zu gründen: hier in Dresden.

Frank Bauer: In Ihrer Brust schlagen mindestens zwei Herzen. Eines schlägt für die sächsische Wirtschaft und eines für die Dresdner Neustadt. Bereits seit vielen Jahren sind Sie ein festes Mitglied des Dresdner Barockviertel Königstraße e. V. und gehören dem Organisatoren-Team des Neustädter Advents an. Was ist die Neustadt für Sie und was motiviert Sie, sich in so vielfältiger Weise für Ihren Stadtteil einzusetzen?

Evelyn Dangrieß: Ich bin fest davon überzeugt, im schönsten Viertel unserer Stadt zu leben und zu arbeiten, und wer die Innere Neustadt kennt, wird mir zustimmen. Hier ist Dresden authentisch: im historisch gewachsenen Umfeld er-leben wir tagtäglich eine moderne, individuelle, vielfältige Urbanität – ein guter Platz, um kreativ zu sein und sich wohl zu fühlen. Damit dies auch in Zukunft nicht nur so bleibt, sondern wir dem noch mehr Argumente hinzufügen können, daran möchte ich mitwirken.

Frank Bauer: Das Quartier um die Königstraße ist eines der bedeutendsten barocken Zeugnisse Dresdens. Es vereint auf lebenswerte Weise Gewerbe, Kultur und Wohnen. Als Interessenvereinigung hat sich der Dresdner Barockviertel Königstraße e. V. gegründet. Welche Vereinsziele haben Sie sich gesteckt?

Evelyn Dangrieß: In erster Linie wollen wir die Attraktivität des Barockviertels weiter steigern und um Besucher werben, damit sowohl die Dresdener als auch die Gäste der Stadt noch öfter den Weg über die Augustusbrücke zu uns finden. Denn wenn sie erst einmal erlebt haben, welche Kleinode in den historischen Gassen und Höfen rund um die Königstraße nur darauf warten, entdeckt zu werden, kommen sie sehr gerne wieder: Wussten Sie, dass allein in der Inneren Neustadt über dreißig Galerien, Bühnen und Museen zu finden sind und über hundert Geschäfte und Restaurants zum Besuch einladen? Wir wollen als Verein allerdings auch, dass sich unser Quartier nicht als „reine Touristenmeile“ gestaltet, denn Wohnen und Arbeiten gehören selbstverständlich dazu, das macht unser Viertel ja erst so lebendig und sympathisch.

Frank Bauer: Was sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen, die es im Barockviertel zu meistern gilt?

Evelyn Dangrieß: Wir wollen noch mehr Eigenverantwortung für unser Quartier übernehmen. Darum haben wir beantragt, künftig als BID, Business Improvement District, einem wirtschaftlich basiertem Modell innovativer Stadtentwicklung, wie es bereits in andern bundesdeutschen Großstädten erfolgreich realisiert wird, agieren zu können. Wir haben erfahren, guter Wille allein reicht oft nicht aus, wir benötigen über die Kräfte des Vereins hinausgehende Mittel und Mitstreiter, um Ordnung und Sicherheit zu verbessern, das Viertel optisch weiter aufzuwerten, unser Marketing besser budgetieren zu können, den ansässigen Einzelhandel, der generell in einer herausforderungsvollen Situation ist, zu unterstützen und natürlich auch, um noch mehr das Engagement aller hier Ansässigen für unser Barockviertel zu forcieren.

Frank Bauer: Ihr besonderes Engagement gilt auch der Organisation des Neustädter Advents. Im vergangenen Jahr feierte die Veranstaltungsreihe ihren 17. Geburtstag und ist damit eine Institution in der Weihnachtsstadt Dresden geworden. Welche Aufgaben kommen alljährlich auf Sie als Organisatoren zu?

Evelyn Dangrieß: Wir haben im vergangenen Jahr über 170 Veranstaltungen während der Adventszeit allein in der Dresdner Neustadt gezählt, dafür bildet der „Neustädter Advent“ sozusagen das „Dach“. Tausende Besucher kommen in der Weihnachtszeit nach Dresden. Wir wollen zeigen, dass unsere Stadt im Advent noch viel, viel mehr zu bieten hat als den schönsten „Striezelmarkt“ der Welt. Neben der alljährlichen Organisation der wunderschönen Auftakt- und Abschlussveranstaltung des Neustädter Advent wollen wir dafür Sorge tragen, dass die vielen Veranstaltungen besser vernetzt werden und so ein Multiplikator-Effekt für unser Marketing nach außen entsteht, den jedes der Projekte für sich allein nicht erreichen kann. Dazu laden wir alle, die mitarbeiten wollen, an einen gemeinsamen Tisch im Büro unseres Ortsamtleiters ein, denn wir benötigen nicht nur dringend die Unterstützung von Sponsoren, sondern auch echte Mit-Macher.

Frank Bauer: Im Jahr 2015 wird der Neustädter Advent sozusagen volljährig. Können Sie schon etwas den Schleier lüften, welche Höhepunkte uns erwarten werden?

Evelyn Dangrieß: Unsere Planungen beginnen schon immer früh. Wir hatten auch dieses Mal viele Ideen, doch damit einher muss eine solide Finanzierung gehen. Diese heißt es, immer wieder aus privaten Mitteln einzuwerben – keine leichte Aufgabe. Doch wir werden natürlich unseren Gästen auch 2015 die Neustadt in schönstem Licht – wortwörtlich und im übertragenen Sinne – präsentieren.

Frank Bauer: Das klingt wieder ganz danach, als wenn sich die Besucher auf eine schöne Vorweihnachtszeit freuen können. Haben Sie als Organisatorin eigentlich einen persönlichen Favoriten im Veranstaltungskalender, den Sie sich nicht entgehen lassen werden?

Evelyn Dangrieß: Wir sind sehr glücklich darüber, dass sich der „Augustusmarkt“, der Weihnachtsmarkt auf der Hauptstraße, mehr und mehr zum internationalen Weihnachtsmarkt profiliert. Dies passt hervorragend zu unserer Neustadt, zu Geschichte und Zukunft. Übrigens, dort am Goldenen Reiter beginnt dann auch wieder die allabendliche Runde unseres „Nachtwächters“, der die Besucher zu den Leseorten unseres „AdventsGeschichtenKalenders“ mit Dresdner Prominenten im Barockviertel geleitet: 24 bekannte Dresdner aus Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur lesen gratis für einen guten Zweck im Kerzenschein ihre ganz persönliche Weihnachtsgeschichte vor – eine wunderbare Sache, nur schade, dass ich nie zugleich in der Äußeren Neustadt sein kann, wenn die „Advenster“ abends öffnen …

Frank Bauer: Bleibt bei all der Organisation überhaupt noch etwas Zeit für Besinnlichkeit im Advent?

Evelyn Dangrieß: Aber das schließt sich doch nicht aus, im Gegenteil: Bis zum 1. Advent muss ohnehin alles geplant sein, dann heißt es, den Advent in unserer Neustadt zu genießen.

Frank Bauer: Frau Dangrieß, vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview. Eine abschließende Frage habe ich allerdings noch: Welchen persönlichen Wunsch hegen Sie für Ihren Stadtteil im Jahr 2016?

Evelyn Dangrieß: Dass es gelingt, gemeinsam das BID-Barockviertel ins Leben zu rufen, damit wir noch mehr für unser Quartier auf den Weg bringen können.

 

Hallo Dresden dankt Frank Bauer, dem stellvertretenden Ortsamtsleiter Altstadt/Neustadt, der dieses Interview initiiert und umgesetzt hat!


18. Neustädter Advent
vom 28. November bis 24. Dezember 2015
mit dem
– AUGUSTUSMARKT auf der Hauptstraße
– Neustädter GELICHTER an der Scheune, Alaunstraße
– Neustädter NIKOLAUSMARKT in der Kunsthofpassage, Alaunstraße
– Weihnachts-BAUM-markt Theresienstraße
– FAIREn Weihnachtsmarkt in der Dreikönigskirche

www.neustaedteradvent.de

Hier kannst Du Dir das Programmheft als PDF herunterladen:
AdventsGuide-2015

 

 
Foto: E. Dangrieß, privat

 

 

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