Acht Sorten Tee statt Popcorn

Bekannte Blockbuster sucht man hier vergebens – stattdessen setzt das Kino in der Fabrik in Dresden-Löbtau auf anspruchsvolle, handverlesene Arthouse-Filme.

So sehen sich die Geschäftsführer Frank und Cornelia Apel auf Messen und Festivals eine Vielzahl von Filmen an und entscheiden dann, welche Produktionen sie ins Programm aufnehmen. »Vor zehn Jahren kamen pro Jahr rund 300 Filme in die Kinos, durch die Digitalisierung sind es heute um die 600. Bei diesem unglaublich breiten Angebot gehen leider einige sehr gute Filme unter«, bedauert Betreiber Frank Apel.

Das Kino in der Fabrik zeigt vor allem deutsche Produktionen, die selten zu sehen sind, sowie Arthouse-Filme aus Frankreich, England und Amerika. Gerne würde Frank Apel öfter beeindruckende, politisch brisante Filme aus Regionen wie Osteuropa in das Programm nehmen, doch diese sind meist schwer zu bekommen und stoßen auf verhaltenes Interesse. »Ein Film über russische Soldaten in Afghanistan ist sperrig – lieber sehen sich die Leute französisches Wohlfühlkino an«, erzählt er. Ein Beispiel dafür ist die Arthouse-Komödie »Monsieur Claude und seine Töchter«, die überraschend zum Kassenschlager wurde und schließlich auch in großen Multiplex-Kinos zu sehen war.

In diese, so Frank Apel, würde sein Stammpublikum, im Schnitt zwischen 40 und 50 Jahre alt, keinen Fuß setzen. Es schätzt das gute, ausgewählte Programm, eine seriöse Atmosphäre, die acht verschiedenen Sorten Tee, die es statt Popcorn zu kaufen gibt. Langsam, aber sicher entdecken auch Studenten das im Jahr 2006 eröffnete Kino in der Fabrik für sich.

Neben besonderen Filmen hat es auch eine Vielzahl an Sonderveranstaltungen im Programm. Jeden letzten Freitag im Monat können die Teilnehmer beim Filmquiz »Rumpelkammer« ihr cineastisches Wissen unter Beweis stellen. Einmal im Monat laufen Stummfilme von Metropolis bis Charlie Chaplin mit Musikbegleitung der Pianisten Andreas Krug und Benjamin Klum. Der dem Kino in der Fabrik angeschlossene »Schwarze Salon« bietet außerdem Raum für Tanzveranstaltungen, Lesungen und kleine Theateraufführungen.

Kontakt
Kino in der Fabrik
Tharandter Straße 33
01159 Dresden
E-Mail: kontakt@kif-dresden.de
http://www.kif-dresden.de

Vorschaubild: © Creativ Collection

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