Eine grüne Insel mitten in Pieschen

Auf einer ehemaligen Brachfläche an der Leisniger Straße ist ein Kleinod für Gemeinschaftsgärtner entstanden. Von der sechs Monate alten Nele bis zum 72-jährigen Wolfram – rund 30 Personen treffen sich regelmäßig im Aprikosengarten um gemeinsam zu pflanzen, zu ernten und Erfahrungen auszutauschen.

»Die Vielfalt an Pflanzen und Menschen macht den Aprikosengarten aus, alle Generationen und sozialen Schichten sind vertreten«, meint Gemeinschaftsgärtnerin Anne Etterer. Sie schätzt es, Leute kennenzulernen, denen sie sonst vielleicht nicht begegnet wäre, außerdem gefällt ihr die Verankerung des Gartens im Stadtteil. Die meisten Mitglieder wohnen in der Umgebung, Leute aus der Nachbarschaft kommen zu Veranstaltungen her, wenn der Aprikosengarten zum Advent in Pieschen mit Knüppelkuchen, Kesselsuppe und Weihnachtsliedern lädt oder im Sommer zum Abendbrot im Abendrot.

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Immer wieder treffen sich die Mitglieder zu Gemeinschaftsaktionen und Workshops. Letztes Jahr organisierten sie unter anderem eine Tauschbörse für Saatgut und Pflanzen und lernten mehr über das Veredeln von Obstbäumen sowie das Einwecken von Gemüse. Am offenen Gartentag am Freitag steht gemeinsames Gärtnern und Gießen auf dem Programm, danach klingt der Tag oft bei Suppe am Lagerfeuer aus. »Mir gefällt dieses Gemeinschaftsgefühl, voneinander zu lernen und gemeinschaftlich zu ernten«, erzählt Anne Etterer.

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Gemeinsames Werken und Pflanzen im Aprikosengarten: Anne Etterer (vorn im Bild) schätzt dieses Gruppengefühl

Außerdem sei es schön, sein Gemüse aus der Nachbarschaft zu beziehen, zu wissen, wo es herkommt. Die Mitglieder des Aprikosengartens, der seit Mai 2011 besteht, bauen auf dem mehr als 2000 Quadratkilometer großen Gelände Gemüse ökologisch an, ohne chemische Dünger und im Einklang mit den Jahreszeiten. So kann die Gruppe fast das ganze Jahr über etwas ernten – Tomaten und Brombeeren im Spätsommer, Kürbisse und Kartoffeln im Herbst, verschiedene Kohlsorten im Winter.

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Dieses Jahr ist die letzte Saison, in der die Aprikosengärtner ihre grüne Oase mitten in Pieschen in dieser Form genießen können. Die Stadt plant auf dem Gelände eine Grundschule mit Turnhalle zu errichten, dadurch reduziert sich die Fläche des Gemeinschaftsgartens um mehr als die Hälfte. »Wir müssen sehen, wie wir die zweijährige Bauphase überstehen, es gibt viele offene Fragen«, meint Anne Etterer. »Es ist sehr schade um diesen Ort, an den viele Leute aus dem Stadtteil gerne kommen. Deswegen wollen wir diese Gartensaison umso ausgiebiger nutzen.«

Kontakt
Aprikosengarten
Leisniger Straße 80
01127 Dresden
https://aprikosengarten.wordpress.com/

© Alle Bilder: Anne Etterer

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