Gemeinsam gestalten

Die Kinder und Jugendlichen bekommen im Kinder- und Jugendhaus T3 die Möglichkeit, ihre Ressourcen zu erkennen, einzusetzen und dadurch Selbstwirksamkeit und Anerkennung zu erfahren. Durch die Beteiligung am Programm und das tägliche Ausprobieren im Kinder- und Jugendhaus gibt das Team den jungen Menschen die Möglichkeit zur Selbstveränderung und zu einer Orientierung in ihrem Alltag. Für die Interessen seiner Schützlinge ist Teamleiter Uwe Liskowsky daher immer aufgeschlossen.

Hallo Dresden: Welche Möglichkeiten haben die Kinder und Jugendlichen, sich mit eigenen Ideen einzubringen?
Uwe Liskowsky: Einerseits erfahren wir natürlich viel im täglichen Austausch über die Wünsche und Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen und gehen direkt darauf ein. Andererseits haben wir vor einiger Zeit einen so genannten »T3-Rat« eingeführt, bei dem die Besucher uns ihre Ideen mitteilen, aber auch wir den Kindern und Jugendlichen Hintergründe aus unserer Arbeit vorstellen können. Der Rat findet monatlich statt.

Hallo Dresden: Die Altersspanne ist sehr groß. Gibt es Möglichkeiten für die Jugendlichen oder auch die jüngeren Kinder, sich zurückzuziehen, ihr »eigenes Ding« zu machen?
Uwe Liskowsky: Ja. Für die Älteren haben wir einen Jugendclub im Keller, der gern genutzt wird. Wenn die Musik dumpf nach oben in unsere Räume dringt, wissen wir, dass sie gerade viel Spaß haben. Für die kleineren Besucher haben wir nicht direkt einen Rückzugsort – der Kreativraum mit seiner großen Couch wird aber speziell von den Jüngeren oft genutzt, um ungestört zu sein.

Hallo Dresden: Kommen die Kinder jeden Tag ins T3 oder hängt das vom Tagesangebot ab?
Uwe Liskowsky: So und so. Wir haben eine Kerngruppe, die unabhängig von unserem Wochenangebot regelmäßig zu uns kommt. Andere Kinder und Jugendlichen kommen speziell zur Bandprobe oder zur Öffnungszeit verschiedener Räume. Wir haben aber auch viele spontane Besuche von Ehemaligen, die einfach mal vorbei schauen um »Hallo« zu sagen sowie Kinder, die neugierig sind und das T3 zunächst erst einmal »beschnuppern« und zu guter Letzt auch jene, die einfach in größeren Abständen bei uns auftauchen.

Foto_T3_Team
Das Team des Kinder- und Jugendhauses T3

Hallo Dresden: Im T3 können die Kinder auch Computerspiele spielen. Warum das? Können sie das nicht zuhause auch?
Uwe Liskowsky: Sicher, aber bei uns geschieht dies ausschließlich unter pädagogischer Betreuung. Computerspiele gehören nun mal zur Lebenswelt vieler Kinder und Jugendlicher dazu – wir möchten dies nicht verdammen, sondern vielmehr aufgreifen, um sie medienpädagogisch ein Stück weit zu begleiten. Außerdem bieten wir keine Ego-Shooter an, sondern größtenteils Teamspiele wie Fußball, Eishockey und Basketball. Sportspiele sind eine wunderbare Grundlage, um Teamgeist, Fairness und Kooperation einzuüben.

Hallo Dresden: Ein anderes Angebot ist das Kochen. Arbeit im Haushalt ist doch bei Kindern allgemein nicht sehr beliebt. Wie schafft es das Team des T3 mit den Kindern zu kochen? Wie passt das zusammen?
Uwe Liskowsky: Kinder haben Spaß am gemeinsamen Kochen – wir verstehen dies aber nicht als Haushaltsarbeit, sondern als etwas, was die Kinder selbst in der Hand haben, um sich danach am selbst zubereiteten Essen zu erfreuen. Unsere Leitbildarbeit kommt an diesem Beispiel gut zum tragen.

Hallo Dresden: Das Programm des Kinder- und Jugendhauses ist schon unglaublich vielfältig. Gibt es noch etwas, dass das Team gerne umsetzen würde?
Uwe Liskowsky: Unsere Kids spielen gern Fußball und Volleyball. Unser Bolzplatz verfügt aber leider über keinen entsprechenden Belag und birgt somit einiges an Verletzungspotential. Außerdem haben wir keine Bande und über einen zweiten Basketballkorb verfügt der Platz auch nicht. Es wäre schön, wenn aus unserem improvisierten Bolzplatz ein funktioneller Sportplatz würde, wie ihn auch andere Jugendhäuser haben. Außerdem wäre es schön, wenn wir mit den Kindern und Jugendlichen mehr Ausflüge durchführen könnten. Leider fehlt uns hierfür schlicht das Geld.

Hallo Dresden: Wen würde das Team gern öfter in Ihrem Haus begrüßen?
Uwe Liskowsky: Seit Februar ziehen die ersten Asylsuchenden in das Übergangswohnheim gegenüber ein. Ich würde mich freuen, wenn wir eine gelingende Partnerschaft zwischen den Kindern und Jugendlichen aller Nationen herstellen könnten und wir eine Stätte der multikulturellen Begegnung werden würden.

Hallo Dresden: Und die Kinder, wem würden die gern mal die Hand schütteln?
Uwe Liskowsky: Das ist schwer zu sagen – das sind meist »Helden« aus Computerspielen, Fußballmannschaften und populären TV-Serien. Um ehrlich zu sein, gehen wir auf diese »Größen« gar nicht so sehr ein, sondern wollen die Kids eher einladen, gemeinsam mit uns den Aufenthalt im T3 und das Haus an sich zu gestalten. Wir führen bald wieder Graffiti-Workshops an unserer Fassade durch und lassen den Jugendclub neu entstehen.

Hallo Dresden: Vielen Dank und alles Gute weiterhin!
Uwe Liskowsky: Vielen Dank.

Kontakt
Kinder- und Jugendhaus T3
Tharandter Straße 3
01159 Dresden
Tel.: 0351 4228427
E-Mail: jugendhaus.t3@kinderland-sachsen.de
http://www.kinderland-sachsen.de

Öffnungszeiten:
Montag 15:00 bis 19:30 Uhr
Dienstag bis Freitag 14:00 bis 19:30 Uhr
Schließzeit für Kinder unter 13 Jahren ist 18:30 Uhr

© Alle Bilder: Kinder- und Jugendhaus T3

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