Erlebnisse aus Omas Zeiten

Das Kleinbauernmuseum ist ein Unikat. Dort wird die bäuerliche Lebensweise des 19. Jahrhunderts anschaulich gemacht. Doch das Museum ist nicht ein Sammelsurium an alten Geräten. Im Gegenteil: Durch viele Aktionen sowie Mitmachangebote für Kinder und Erwachsene bleibt die Lebendigkeit des Dreiseitenhofs erhalten. Martina Angermann ist die Vereinsvorsitzende.

Hallo Dresden: Das 19. Jahrhundert ist schon längst vorbei. Was können wir heute noch von damals lernen?
Martina Angermann: Ich glaube, dass es wichtig ist, dass die Menschen in unserer Zeit sich wieder darauf besinnen, dass der Mensch im Einklang mit der Natur leben soll. Gerade die Kleinbauern des 19. und 20. Jahrhunderts lebten mit der Natur im Lauf der Jahreszeiten.

Hallo Dresden: Die Gebäude des Dreiseitenhofs stehen schon lange. Wie ist es dem Verein gelungen, daraus das Kleinbauernmuseum zu machen?
Martina Angermann: Unser Verein gründete sich unmittelbar nach der Wende und pachtete den Hof von der Gemeinde, heute der Stadt Dresden. Zuerst arbeiteten wir nur mit ehrenamtlichen Kräften und Arbeitsgelegenheiten des zweiten Arbeitsmarktes. Wir erarbeiteten ein Konzept, auf dessen Grundlage die Gemeinde Schönfeld-Weißig den Hof mit Fördermitteln des Amtes für Ländliche Neuordnung sanieren konnte. Später überlegten wir uns, dass wir mit Kita-Kindern und Grundschülern arbeiten sollten, um ihnen das Leben der früheren Kleinbauern nahe zu bringen. Wir feiern auch Feste und gehen mit einem Stand zu regionalen Festen. Wir erhalten etwas Förderung der Ortschaft Schönfeld-Weißig und des Kulturamtes der Landeshauptstadt. Das hilft natürlich sehr!

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Das Kleinbauernmuseum organisiert viele Angebote für Kinder, darunter auch filzen

Hallo Dresden: Das Kleinbauernmuseum hat regelmäßig Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Was nehmen diese von dem Besuch bei Euch mit?
Martina Angermann: Bei Kindern im Grundschulalter haben wir die Projekte direkt auf den Lehrplan der einzelnen Klassen zugeschnitten. Jugendliche und Erwachsene erinnern sich bei ihren Besuchen regelmäßig an eigene Erlebnisse aus Omas Zeiten. Sie erfahren, wie die Menschen trotz einfacher Lebensweise früher auch glücklich und zufrieden sein konnten. Sie nehmen außerdem Eindrücke von der schweren Arbeit unserer Vorfahren mit und im besten Falle entsteht ein Respekt vor dem Leben dieser Menschen.

Hallo Dresden: Welches ist Dein Lieblingsausstellungsstück?
Martina Angermann: Lieblingsausstellungsstück habe ich keins. Es gibt aber in jedem Zimmer Stücke, die ich gerne vorführe und etwas dazu erzähle, wie zum Beispiel die Lockenschere, das Waschbecken mit Seifenhalter, Handtücher, die mit Monogramm und laufender Nummer bestickt sind oder die genähten Kleider der Lina Naake.

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Innenansicht des Kleinbauernmuseums

Hallo Dresden: Was vermisst Du im Museum noch?
Martina Angermann: Wir suchen noch Arbeitskleidung der Kleinbauern. Oftmals waren diese Stücke verschlissen, wenn ihre Träger starben. So erhalten wir meist „nur“ die Sonntagssachen. Das ist schade. Außerdem fehlt uns in der Sammlung der Arbeitsgeräte ein mittlerer Leiterwagen, welcher zum Heu und Stroh einfahren gebraucht wurde.

Hallo Dresden: Welche Projekte stehen für das laufende Jahr auf dem Plan?
Martina Angermann: Wir bieten weiterhin Projekte für Kinder an: Omas Waschtag, Das Kraut in unserem Garten, Vom Korn zum Brot und so weiter. Wir werden wieder vier Ausstellungen gestalten, uns an der Museumssommernacht beteiligen, ein Puppenfest, ein Erntefest und einen Tag des Brotes ausrichten sowie an Hochland- und Elbhangfest teilnehmen.

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Hallo Dresden: Darüber hinaus: Gibt es noch ein »Großprojekt«, an dem der Verein arbeitet?
Martina Angermann: Ja, das gibt es. Wir brauchen für unsere im Außenbereich aufgestellten Erntegeräte dringend ein Dach über dem Kopf. Deshalb verwenden wir unser Preisgeld aus dem Sächsischen Museums-Sonderpreis 2013 für die Vorplanung einer zweiten Scheune.

Hallo Dresden: Vielen Dank! Ich wünsche Euch einen regen Besucherstrom.
Martina Angermann: Danke auch. Für uns ist es der größte Lohn, wenn unsere Besucher in unserem Museum den Stress des Alltages vergessen können und sich über unser Museum oder unsere Feste einfach freuen. Die strahlenden Augen und neugierigen Fragen bereichern unsere Arbeit.

Kontakt
Heimatverein Schönfelder Hochland e.V.
Schullwitzer Straße 3
01328 Dresden OT Reitzendorf
Telefon: 0351 2641783
E-Mail: mail@kleinbauernmuseum.de
http://www.kleinbauernmuseum.de

Veranstaltungen 2015 im Kleinbauernmuseum:
Elbhangfest, Hoffest der Agrikultur, Museumssommernacht, Hochlandfest, Schönfelder Weihnachtsmarkt

© Alle Bilder: HV Schönfelder Hochland e.V.

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