Staunen über unser Universum

Seit ein paar Jahren setzt die IG Sternwarte Dresden-Gönnsdorf alles daran, der Sternwarte neues Leben einzuhauchen. Mittlerweile haben sich eine abwechslungsreiche Vortragsreihe sowie diverse Schüler- und Jugendprojekte etabliert. Renate Franz ist Vorsitzende der Interessengemeinschaft und Leiterin des Projektes.

Hallo Dresden: Wie oft blickst Du in die Sterne?
Renate Franz: So oft es geht – mit und ohne Teleskop. Allerdings erfasst man den wunderschönen Sternenhimmel am besten mit bloßem Auge. Mit dem Teleskop kann nur ein Ausschnitt gesehen werden.

Hallo Dresden: Woher kommt Deine Leidenschaft für das Weltall?
Renate Franz: Der Grundstein wurde in den siebziger Jahren gelegt. Wir waren oft in der Sternwarte Radebeul, die damals »Sterne und Jazz« anbot. Es wurde der Sternenhimmel erklärt und dazwischen Blues und Jazz gespielt. Die Begeisterung für diese Art von Wissensvermittlung hat bis heute angehalten und ist eine meiner Visionen, die allerdings auf Grund fehlender Technik derzeit noch nicht umgesetzt werden kann.

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Renate Franz, Vorsitzende der IG Sternwarte Dresden-Gönnsdorf
© M. Klemm

Hallo Dresden: Wie ist es heutzutage um die astronomische Bildung in Dresden bestellt?
Renate Franz: Seit dem Jahr 2007 gibt es das Lehrfach Astronomie in Sachsen nicht mehr. Das bedeutet auch, dass »reine« Astronomie-Lehrer nicht mehr ausgebildet werden. Teile der Astronomie, wie das Sonnensystem, sind Bestandteil des Physikunterrichtes an allgemeinbildenden Schulen. In Oberschulen werden Neigungskurse angeboten, an Gymnasien gibt es Astro- beziehungsweise Leistungskurse. Wie intensiv das Thema Astronomie behandelt wird, hängt nach meiner Erfahrung sehr vom Interesse und dem Engagement des jeweiligen Lehrers ab. So habe ich bereits Grundschüler mit einem guten astronomischen Wissen erlebt. Kinder sind neugierig und aufgeschlossen und wollen wissen, wie alles begann, wie groß ein »schwarzes Loch« ist und wie das mit dem Urknall war. Mitunter staunen auch Lehrer, wie viel die Knirpse schon über das Universum wissen.

Hallo Dresden: Was sollten Schulabgänger Deiner Meinung nach über die uns umgebenden Himmelskörper wissen?
Renate Franz: Das Universum gehört, wie der Boden unter unseren Füßen, zu unserem Leben. Ich gehe davon aus, dass ein solides Grundwissen über unser Sonnensystem durch die fundierte Wissensvermittlung im Physikunterricht gesichert ist. Engagierte Lehrer nutzen darüber hinaus die Angebote der Sternwarten.

Hallo Dresden: Welchen Beitrag kann die IG Sternwarte dazu leisten?
Renate Franz: Seit 2011 sind wir bestrebt, Kindern und Jugendlichen eine niveauvolle Freizeitgestaltung anzubieten und ihnen außerschulisch astronomische Kenntnisse zu vermitteln. Jeden Freitag trifft sich zum Beispiel unsere Schüler-AG. Das Thema »Spektroskopie« wird zurzeit aufgebaut und mit „Astrofotographie“ ist ein weiteres interessantes Thema in Planung. Wir wollen Zusammenhänge erklären sowie das Wissen erweitern und vertiefen helfen. Das ist auch ein Beitrag, um beispielsweise älteren Schülern Anregungen für die Berufswahl zu geben. Denn die Astronomie tangiert viele Bereiche wie Mathematik, Physik, Optik, Mechanik, Raumfahrt und andere. Die Erforschung des Universums geht rasant voran. Heute ist vieles schon erklärlich und dieses Wissen sollte man jungen Menschen nicht vorenthalten. Mit unserem Engagement wollen wir einen Beitrag dazu leisten. Und damit Eltern und Großeltern mithalten können, freuen wir uns über interessierte Erwachsene, die sich auch als Gruppe über unsere Homepage für Termine außerhalb unserer Öffnungszeit anmelden können.

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© R. Franz

Hallo Dresden: Schüler, Lehrer, Wissenschaftler und interessierte Anwohner – kann die IG Sternwarte Dresden-Gönnsdorf allen Ansprüchen vor Ort gerecht werden?
Renate Franz: Wir sind allesamt Hobbyastronomen und ehrenamtlich tätig. Wenn es um einen Besuch in der Sternwarte geht, versuchen wir jeden Terminwunsch zu erfüllen. Zur Vermittlung astronomischer Kenntnisse halten wir Vorträge zu verschiedenen Themen bereit, die über die Allgemeinbildung hinaus gehen.

Hallo Dresden: Wie gelingt es der IG, immer wieder neu die Faszination für das Weltall zu entfachen?
Renate Franz: Indem wir interessierten Besuchern an jedem Montag Gespräche anbieten und mindestens jeden zweiten Montag im Monat einen Vortrag vorhalten; indem wir größere Vorträge für fachkundiges Publikum vorbereiten, Kindergärten und Schulklassen betreuen und das Interesse für das Weltall wecken. Auch indem wir Besuchergruppen außerhalb der Öffnungszeiten betreuen und jährlich am deutschlandweiten Tag der Astronomie teilnehmen. Außerdem öffnen wir zu Himmelsereignissen die Sternwarte und bieten Livebeobachtungen an Öffnungstagen. Wenn es der Himmel zulassen würde, würden wir dies gern den angemeldeten Besuchergruppen anbieten. Außerdem haben wir Kontakt zu anderen Sternwarten, bei denen wir uns neue Ideen und Anregungen holen sowie eine gute Zusammenarbeit anstreben.

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© R. Franz

Hallo Dresden: Von welcher Seite aus wünscht Du Dir noch mehr Unterstützung oder auch Interesse für Deine Arbeit?
Renate Franz: Unterstützung wäre einerseits wünschenswert in Form einer kontinuierlichen finanziellen Zuwendung, da wir ausschließlich auf Spenden angewiesen sind. Die Spenden werden für Anschaffung von Technik und Optik verwendet, die Eintrittsgelder sollen die Betriebskosten abdecken helfen. Eine regelmäßige Zuwendung gäbe uns mehr Sicherheit. Ansonsten freuen wir uns über jede Spende und danken den bisherigen und künftigen Spendern. Andererseits würden wir uns über ehrenamtliche Unterstützung freuen. Sehr willkommen wären zum Beispiel Senioren, wenn möglich mit astronomischen Kenntnissen, die uns bei der Betreuung von Schulklassen vorrangig am Vormittag unterstützen könnten. Auch junge Amateurastronomen sind bei uns herzlich willkommen. Und natürlich wünschen wir uns viele interessierte Besucher.

Hallo Dresden: Welchen Gast würdest Du in der Sternwarte gerne einmal begrüßen?
Renate Franz: Professor Harald Lesch, weil er fachlich und didaktisch ein Genie ist und bei uns viele Fans hat. Und den Astronauten Alexander Gerst, weil er das Weltall wie kaum ein anderer erfahren hat und besonders für unsere Jugend ein Erlebnis wäre.

Hallo Dresden: Vielen Dank – und allzeit gute Sicht!
Renate Franz: …und möge uns das Staunen über unser Universum und die Entdeckerlust erhalten bleiben.

Kontakt:
Renate Franz
IG Sternwarte Dresden-Gönnsdorf
des Vereins zur Förderung der Jugend e.V.
Pillnitzer Straße 21c
01328 Dresden
Telefon: 0351/2681272
E-Mail: info@sternwarte-goennsdorf.de
http://sternwarte-goennsdorf.blogspot.de

Standort der Sternwarte:
Sternwarte Dresden-Gönnsdorf
Weißiger Landstraße 4
01328 Dresden

© Vorschaubild: R. Franz

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