Von Gemüse und Gemeinschaft

Urban Gardening, gemeinschaftliches Gärtnern in der Stadt, liegt im Trend. Auch in Dresden-Strehlen hat sich eine Gruppe Menschen zusammen gefunden um eine Brachfläche in eine kleine Gartenoase zu verwandeln.

Mangold und Möhren sprießen aus dem Boden, ein Bienenstock hat hier zeitweise ein neues Zuhause gefunden und eine kleine Gruppe Menschen einen Platz zum gemeinschaftlichen Gärtnern und Entspannen. Die Rede ist von einem Grundstück am Kaitzbach in Dresden-Strehlen, das engagierte Menschen aus der Nachbarschaft in den Gemeinschaftsgarten »Kleiner Garten« verwandelten. Rund 20 Jahre lang lag es brach, nun wird ihm neues Leben eingehaucht.

Gemeinschaft_Copyright_Paula Papaver © Paula Papaver

Zusammen bauen die Gemeinschaftsgärtner Gemüse an, pflanzen Blumen und Kräuter und bauen eine Gartenhütte aus recycelten Materialien, das sie aus der Umgebung sammeln. »Bei diesem Haus haben sie gerade das Dach abgedeckt und wir haben uns die alten Dachlatten organisiert«, sagt Gesine Hildebrandt, einer der Initiatorinnen des Projekts, und zeigt mit dem Finger auf ein Gebäude, an dem gerade Arbeiter vor sich hinwerkeln. »So schafft man es, ohne viel Geld etwas auf die Beine zu stellen und lernt gleichzeitig seine Nachbarschaft besser kennen.«

krauterspirale_Copyright_Kleiner Garten © Kleiner Garten

Gute Kontakte in die Nachbarschaft zu pflegen, das ist den Leuten vom »Kleinen Garten« wichtig. Ein Glück, dass das Grundstück gut einsehbar am Kaitzbach liegt: Immer wieder laufen Passanten vorbei. »Die Leute aus Strehlen nehmen wahr, dass bei uns etwas passiert. Manche schauen direkt vorbei und wir kommen ins Gespräch«, erzählt Hildebrandt.

ErstesRadieschen_Copyight_Kleiner Garten Zweite von links: Gesine Hildebrandt, vorne: Julia Mertens
© Kleiner Garten

Gesine Hildebrandt ging schon länger die Idee einen Gemeinschaftengarten zu gründen durch den Kopf.  Beim Umundu-Festival, einer großen Dresdner Veranstaltung für nachhaltigen Konsum, im Oktober 2013 traf sie auf Gleichgesinnte. Die darauffolgenden Monate nutzte die Gruppe, darunter viele Mitglieder zwischen 20 und 40 Jahren sowie einige Familien, für Planungen und pachtete  im Januar 2014 das Grundstück am Kaitzbach.

In ihrer ersten Gartensaison probierten sich die Gemeinschaftsgärtner aus, fanden heraus, was gut wächst und was weniger. Beim Kohl und Salat gab es Probleme mit den Schnecken, dafür gediehen Kartoffeln und Bohnen. Es geht der Initiative jedoch nicht darum hohe Erträge zu erzielen. Stattdessen versuchen die Mitglieder ökologisch zu gärtnern, ohne Düngemittel und chemische Substanzen. »Es ist schön die Kreisläufe der Natur zu begreifen und dies für den Gemüseanbau auszunutzen«, erklärt Julia Mertens.

Ernte_Copyright_Kleiner Garten © Kleiner Garten

Soziologiestudentin Julia Mertens hat früher nicht selbst gegärtnert, verspürte jedoch durch die viele Arbeit am Computer das Bedürfnis, wieder mit den Händen zu arbeiten. Außerdem liegt ihr der Gemeinschaftsgedanke am Herzen: »Wir gärtnern ja nicht nur, sondern sitzen zusammen und quatschen. Eine Gruppengefühl entsteht.« Der Austausch mit anderen ist auch Gründungsmitglied Hildebrandt wichtig: »Wir lernen voneinander, teilen unser Wissen. « Wer Erfahrung im Bauen hat, nehme eben den Bau der Hütte in die Hand, der andere das Bepflanzen der Kräuterschnecke. Sie selbst gab bei einem Workshop zum Thema Einmachen ihr Wissen weiter: 15 Leute kochten direkt im Garten und machten das Gemüse haltbar, das die Saison über im »Kleinen Garten« gewachsen war.

Imkern2_Copyright_Paula_Papapver © Paula Papaver

Gemeinschaftsgarten »Kleiner Garten«
Am Kaitzbach/Mary-Krebs-Straße,
01219 Dresden

http://kleinergartendresden.wordpress.com/
https://de-de.facebook.com/kleinergartenstrehlen?ref=stream

© Vorschaubild: Kleiner Garten

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2 Kommentare zu “Von Gemüse und Gemeinschaft

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